Paketjagd, Sturm und Fortschritt

Seit dem letzten Update vom 20. März ist auf der Anahita einiges passiert – und gleichzeitig fühlt es sich an, als würde die Zeit immer schneller laufen. Der Krantermin am 27. April rückt näher, die To-Do-Liste ist lang, und doch wird Punkt für Punkt abgearbeitet.

Während Antonia unter der Woche zwischen Arbeit und Uni pendelt, ist Alex quasi im Dauerzustand „Boat Work“. Priorität 1a: alles, was unbedingt fertig sein muss, bevor die Anahita zurück ins Wasser geht.

Ein weiterer Meilenstein – und gleichzeitig eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle – war das Thema Propeller.
Nach langer Recherche und mit Unterstützung von Kontakten in Griechenland fand Alex schließlich einen Propellerbauer in Athen. Nach langer Recherche und mit Unterstützung von Kontakten in Griechenland fand Alex schließlich einen Propellerbauer in Athen – nennen wir ihn, ganz in Asterix-und-Obelix-Manier: Propellorix. Der alte Propeller wurde kurzerhand verpackt und per Fähre auf die Reise geschickt – Ziel: ein maßgefertigter neuer Propeller, und das alles auf Zeit, noch vor den griechischen Ostern.

Ein Plan, der sich fast ein bisschen nach Glücksspiel anfühlte.

Ganz sorgenfrei ist die Situation trotzdem nicht: Die selbst eingeklebten Ventile sorgen noch für gemischte Gefühle. In der Marina gibt es genug Geschichten, die man lieber nicht hören möchte. Aber wie so oft gilt: ungelegte Eier. Ein Dichtigkeitstest steht noch an – und dann wird sich zeigen, ob alles so hält, wie es soll.

Parallel dazu wurde intensiv am Ankerkasten gearbeitet. Einige Bereiche mussten neu laminiert werden, und die Oberseite bekommt zusätzliche Stabilität durch eine Backingplate – gefertigt aus unserem ausgebauten Stahltank. Komplett in Handarbeit, zugeschnitten und angepasst von Alex.


Wie so oft zeigte sich auch hier: Kaum öffnet man etwas, findet man die nächste Optimierungsmöglichkeit. Die Kabelführung der Ankerwinde braucht etwas Liebe, der Teakblock unter der Winde bekam ein komplettes Makeover – und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Auch die Ankerwinde selbst wurde zerlegt – und das war mehr als nötig. Eine ziemlich „mitgenommene“ Stelle brachte eine neue Mini-Baustelle ans Licht: Ein verbogener Splint hatte dafür gesorgt, dass sich der innere Kupplungskonus verkeilt. Zum Glück konnte Mario mit einem passenden Ersatzteil aushelfen.
Mario, die Eisflatrate steht übrigens offiziell.

Das Wetter meinte es zwischendurch nicht besonders gut: Am katholischen Osterwochenende fegte ein Sturm mit Böen bis zu 70 Knoten über die Insel.Aber genau dafür gibt es die Marina-Community. Zwischen all dem Chaos wurde kurzerhand ein Leberkasabend organisiert – inklusive Bowling mit Freunden, darunter Mario und Sibylle. Kleine Auszeiten, die guttun. Antonia wagte sich außerdem an ihren ersten Versuch Brezen zu backen. Sagen wir so: Es geht in die richtige Richtung.

Sobald das Wetter wieder mitspielte, ging es natürlich weiter: Die Ankerwinde wurde poliert und erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz.

Für den Ankerkasten hat sich Alex zusätzlich eine eigene Lösung überlegt – eine Führung für die Ankerkette, damit sich diese nicht mehr „verwirbelt“. Die Umsetzung: ein PVC-Rohr mit laminiertem Kegel an der Öffnung. Eine klassische Alex-made Lösung für ein Problem, das viele Segler kennen.

Ein weiterer großer Schritt: Das Bugstrahlruder ist inzwischen zu etwa 50 % eingebaut. Für einen kurzen Moment bedeutete das wieder ein Loch im Boot – ein Anblick, an den man sich vermutlich nie ganz gewöhnt. Inzwischen ist alles wieder dicht, und der kritischste Teil des Einbaus ist geschafft.
Ein großes Danke an Jörg für die Unterstützung!

Und auch an Land – beziehungsweise bei den vierbeinigen Bewohnern der Insel – blieb es nicht ruhig: Antonia brachte fünf Kater zur Kastration. Alle haben den Eingriff gut überstanden, auch wenn die Stimmung nach der unfreiwilligen Übernachtung eher… verhalten war.

Die Zeit bleibt der größte Gegner. Aber wir sind guter Dinge, dass wir es schaffen.

Und wir haben aktuell ein viertes Crewmitglied an Bord! Kirke, eine junge Kätzin von der Katzengruppe um die wir uns kümmert darf in einem Monat nach Deutschland reisen; Antonias Eltern haben sie adoptiert. Das freut uns ungemein und natürlich gewöhnen wir sie bereits an das Leben als Hauskatze hier bei uns auf der Anahita. Sie fühlt sich hier jeden Tag wohler und ist von der Sorte, die nie genug Streicheleinheiten bekommen kann. Am liebsten würden wir für alle Strassenkatzen ein „Forever Home“ finden…

In drei Wochen wird gekrant und auch Antonias Eltern kommen uns besuchen. Es wird also ein ereignisreicher Monat für uns!

1 Comment

  1. So viele spannende Geschichten- wie ein großes Abenteuer! Wir freuen uns so sehr auf Euch- Ihr Laminierschmirgelbastelsturmerfahrenenbrezenbackendenmiezenschmusendenameisenfleißigenund supermutigen Zwei😉👍einfach bewundernswert!!!!

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