Back to Dry Dock Boat Life

Nach einer längeren Blogpause melden wir uns zurück – mit viel zu erzählen.
Seit August ist einiges passiert: zwischen Familienzeit, Feinschliff, neuen Crewmitgliedern und Bugstrahlruder war so ziemlich jede Emotion einmal an Bord.


Familienzeit & Alleinlage

Im August war Antonia für einige Wochen in Deutschland, aus familiären Gründen. Eine wichtige Reise, eine intensive Zeit, fernab vom Bootsalltag.
Während sie sich in der Heimat um Familie kümmerte, blieb Alex auf der Anahita zurück – mitten im Trockendock auf Leros.

Doch wie das Leben am Trockendock so ist: Allein heißt nicht untätig – im Gegenteil.


Ein kleiner Kapitän namens Feivel

Zwischen Schleifmaschine und Straßenstaub übernahm Alex auch Antonias tägliche Straßenkatzen-Routine: zwei- bis dreimal am Tag füttert sie normalerweise die Samtpfoten rund um die Marina.

Und dann tauchte er auf:
Ein kleines, grau-weiß getigertes Katerchen mit weißen Stiefeln.
Super zutraulich, anhänglich – und sofort auf Alex fixiert.
Da wir ohnehin schon länger über eine Bordkatze nachgedacht hatten, fiel die Entscheidung nicht schwer:

Feivel zog ein.
Die ersten Nächte waren schlaflos, mit lautem Mauzen, Hunger und viel Nähebedürfnis. Aber Alex nahm’s mit Humor und Geduld – und heute ist Feivel nicht mehr wegzudenken. Unser Bordkater, Decksläufer und Hauptverantwortlicher für verlorene Bensel oder Feuerzeuge.

Feivel mit Meerblick

 


Refit im Alleingang

Währenddessen hat Alex auf der Werft richtig reingehauen:

  • Der Rumpf wurde komplett fertig geschliffen, inklusive der kleinen fiesen Stellen.
  • Die alten Borddurchlässe wurden entfernt. Alex hat aus Epoxid die sogenannten „Donuts“ gebaut – runde Laminatverstärkungen, die innen auflaminiert werden und für eine sichere, plane Auflage der neuen Seeventile sorgen.
  • Gemeinsam mit Mario und Hans-Peter brainstormte Alex weiter zum Thema Coppercoat: mechanische oder chemische Verbindung? Anschleifen oder primerbasierter Aufbau?
  • Außerdem half Alex Mario auf einem anderen Segelboot beim Einbau neuer Borddurchlässe, so hat er definitiv schonmal eine gute Wissens- und Praxisgrundlage!

Neuer Platz mit Klospülung

Dann wurden wir umgesetzt – vom idyllischen Panoramaplatz direkt vor die Toiletten.
Grund: Mauerbau.
Netter Austausch mit Werftgästen garantiert, produktives Arbeiten eher nicht.

Zum Glück kam Besuch: Basti half beim Schleifen der Wasserlinie, die wir ein Stück höher setzen wollen. Teamwork makes the dream work!

Basti am besten Panoramaplatz!

Zwischen Spachtel und Solar

Alex nutzte die Zeit außerdem für:

  • den Ausbau unserer Solaranlage (zwei neue Panels – jetzt fast komplette Tagesversorgung über Sonne!)
  • erste Arbeiten am Kiel: Unebenheiten wurden mit „Pudipudi“ (einer feinspachteligen Epoxymasse) ausgeglichen – später auch rund um den ganzen Rumpf.
  • Angeln & Netzwerken: dabei lernte er u. a. Irini aus dem Marina-Office und ihre Freundin Katharina kennen. Man tauscht sich aus, lacht, lernt – und fängt ganz nebenbei mal eine 2kg Brasse. Hut ab Alex!

Ein großes Loch

Dann wurde es ernst: Für unseren zukünftigen Bow Thruster musste ein Tunnel in den Rumpf gefräst werden.
Alex beauftragte die Marina – sicher ist sicher.

Der Einbau lief soweit okay, es wurde laminiert und angepasst. Das Loch ist drin – und der Bugstrahlruder-Einbau rückt näher. Außerdem zog das Loch so einige Schaulustige herbei.

Learning: Beim nächsten Mal würden wir’s vielleicht selbst machen.


Donna trifft Anahita

Durch Zufall lernte Alex Ben und Caetlin von „Sailing Donna“ kennen – ein niederländisches Paar, das ihr Boot verkauft hat.

Da sie ihr Inventar auflösten, boten sie Alex an, sich nützliche Teile aus dem Bordbestand mitzunehmen. Es entstand nicht nur praktischer Austausch, sondern eine echte Freundschaft.
Heute teilen wir uns sogar wieder unseren alten Panoramaplatz – als Nachbarn.
Morgens gibt’s Kaffee, Boot-Updates und gegenseitige Motivation. Abends dann Mastique-Tears.

Alex, Ben, Catalin, Irina und Basta beim Abendessen

 


Antonia zurück – mit Master & Malerpinsel

Als Antonia zurückkam, war die Freude riesig – bei Alex, bei Feivel, beim Boot.
Sie stieg sofort ein ins Projekt:

  • Spachteln, schleifen, streichen: Die „Pudipudi“-Runden gingen weiter, mit viel Gefühl und Feingefühl.
  • Alte Plastikkisten flogen raus, neue IKEA-Holzboxen (in Teak-Look) wurden gestrichen, montiert und eingebaut – für ein stimmigeres, wärmeres Interieur.
  • Unser Mini-Cockpittisch bekam ein kleines Makeover: jetzt ziert ihn ein goldener Kompass – kleines Detail, große Freude.

Da Antonia aktuell berufsbegleitend ihren Master studiert, ist sie nur am Wochenende für Bootsarbeit verfügbar.
Alex hält dafür unter der Woche die Stellung – und das mit beeindruckender Ausdauer.


Zuwachs

Und als wäre eine Bordkatze nicht genug, klopfte eines Morgens Mario an den Rumpf – mit einem Katzenkorb.

Drin: ein kleines, verängstigtes Kitten, gefunden im Radkasten eines Autos.
Was soll man da machen?

Sie zog ein.

Die kleine Aria: neugierig, zart und verspielt. Feivel liebt sie, auch wenn seine Wrestlingsessions manchmal etwas zu stürmisch sind. Die beiden spielen, kuscheln, jagen sich – und wir sind ab jetzt Kapitän Feivel und das A-Team!


Kastration mit Herz – Leros Cats Foundation

Mit dem wachsenden Katzenfokus an Bord war für uns klar:
Wir wollen auch den anderen helfen.

Deshalb beteiligen wir uns seit Kurzem an der Kastrationsaktion der Leros Cats Foundation – einer lokalen Initiative, die mithilfe von Spenden weibliche Straßenkatzen kastrieren lässt.

Die Foundation übernimmt den Großteil der Kosten – nur 20 Euro pro Samtpfote fallen an. Wir bringen die Katzen in Boxen zum Tierarzt, wo sie operiert werden.

Unsere ersten beiden Miezen haben wir diese Woche hingebracht, über Nacht im Cockpit behalten, betreut, versorgt – und am nächsten Morgen wieder zu ihrer Gang zurückgebracht.
Es lief alles gut – wenn auch aufregend:
Eine der Katzen hatte (natürlich…) doch noch gefressen. Bauchweh inklusive. 🙈

Fazit:
Vier Katzen an Bord waren zu viel. Für das nächste Mal planen wir, ein kleines wettergeschütztes und hygienisches Katzenhaus für die Nachsorge aufzubauen. Wenn ihr uns unterstützen möchtet, haben wir einen Paypal-Pool für Futter, Medizin und Kastration der Katzen eingerichtet: Gofundme Spendenpool


⚓ Fazit: Zwei Menschen, zwei Katzen, ein aktuell undichtes Boot – und ganz viel Herz

Die letzten Wochen waren intensiv, chaotisch, berührend – und wunderschön.
Wir haben geschliffen, gespachtelt, gefüttert, gelernt, gelacht – und manchmal gezweifelt.

Aber we are still here! Als Team. Mit Fell. Mit Fortschritt. Wir sind gespannt, wie es nun in der Marina wird, wenn immer weniger Segler hier vor Ort sind und die Segler-Community am SouvVLakki Sonntag wieder kleiner wird.