März 2025
Fast ein Jahr ist es her, dass wir uns als A-Team für unser großes Vorhaben aktiv in die Umsetzung begeben haben. Inzwischen ist so viel passiert, dass man meinen könnte, es liegen mehr als 7 Monate hinter uns. Wir haben Boote besichtigt, verhandelt, sind nach Spanien und Griechenland geflogen und gegen Ende des Jahres 2024 fast verzweifelt. Kein Boot wollte so sein, wie wir es uns gewünscht hatten. Haben wir uns vielleicht doch übernommen? Doch als es schon schien, als würde es gar keine anderen Optionen mehr geben, als eine Osmose-Baustelle, wurde ein alter Kontakt wieder aktiv und es kam alles ganz anders.
Es ist Sommer in Altdorf, wir machen es uns auf der Terasse bequem, denn es steht ein Online Workshop mit Marie an. Marie, dass ist unsere Bootskaufberaterin, die wir nach herben Niederlagen in der eigenen Bootssuche erlitten haben, konsultierten. Gerade gehen wir Bilder von Booten durch, die wir bisher nur in Videos von Amerikanischen Seglern gesehen haben. Am Ende des Workshops ist klar: der Gebrauchtbootmarkt mit Booten für unser Budget ist um Boote aus den Werften Petersson, Contest, Delta und vielen anderen von amerikanischen Zeichnern und in Taiwan gebauten Modellen erweitert worden. Dass viele dieser Boote auch oft einen sehr eigenen Charakter was ihr Aussehen angeht haben, war für uns definitiv ein Pluspunkt. Gegen ein wenig „Pirate-Style“ ist nichts einzuwenden! Nachdem wir von Marie eine Liste mit potentiell passenden Booten bekommen hatten, blieb uns ein Boot davon besonders in Erinnerung: eine Delta 46, die 1982 gebaut wurde, custom-made und noch immer in Händen des Ersteigners. Da das Boot etwas entlegen auf einer der griechischen Inseln im Wind lag, wollten wir vorher natürlich sicher sein, dass sich eine Reise dorthin lohnt. Als uns der Verkäufer jedoch sagte, es gäbe bereits einige Interessenten, die auch das Boot beteits zu besichtigen geplant hatten, schrieben wir diese Ketch erstmal wieder ab. Wir wollten nach unseren ersten zwei Enttäuschungen, die wir bereist erlebt hatten unser Herz nicht wieder brechen lassen. Denn einmal war es bei einer Amel Maramu am Zwischenmenschlichen gescheitert und das zweite Mal wurde uns am Flughafen vor Abflug eröffnet, dass das Boot jetzt doch schon verkauft sei. Wir haben aus unseren Erfahrungen gelernt.
Wir haben jedoch nicht nur Lehren aus den letzten Besichtigungen gezogen, sondern auch wertvolle Freundschaften. Denn trotz der Absage am Flughafen haben wir beschlossen, den Weg auf uns zu nehmen, um stattdessen eine Yacht angeschaut, die zwar ausserhalb unseres Budgets war, aber neugierig waren wir trotzdem. Und so haben wir Chris und seine Familie kennengelernt, die bereits seit 5 Jahren zu dritt mit der 5-Jährigen Milena auf ihrem Boot lebten. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und so entstanden spannende Gespräche und eine noch immer anhaltende Freundschaft. Wir freuen uns schon, wenn wir uns bald wieder sehen!
Nach einigen Abwägungen und vor allem getrieben von dem Wunsch, dass wir diese Bootssucherei endlich hinter uns bringen würden, beschlossen wir drei Boote in Spanien gemeinsam mit Marie zu besichtigen. So eine Bootssuche ist nämlich vor allem eins: zäh und sie erfordert ein gutes Durchhaltevermögen. Auf unserem Besichtigungsplan standen eine Amel Maramu, eine Contest und eine Amel Mango. Gespannt waren wir besonders auf die Amel Maramu, da Amels ja eigentlich von Anfang an zu unseren Favoriten zählten. Der Vorkontakt mit den Eignern der Maramu war auch freundlich und so waren wir guter Dinge. Leider konnte der Funke bei der Amel Maramu nicht überspringen: das stehende Gut war in einem mäßigen Zustand, das Unterwasserschiff uneinsehbar da die Yacht im Wasser lag (und das wohl schon eine Zeit lang…) und im Inneren der Maramu war ganz klar schon viel Feuchtigkeit durchgedrungen. Antonia und Marie waren sich einig: da spielt das Näschen nicht mit.



Am Tag darauf machten wir uns auf den Weg zum nächsten Hafen, wo gleich zwei Boote besichtigt werden sollten. Die Amel Mango war zuerst dran, dort wartete bereits der sehr sympathische Markler auf uns und ermöglichte uns sogar eine Probesegelfahrt. Dass das Boot Osmose hatte, war uns bereits mittgeteilt worden und entsprechend gering waren die Erwartungen unsererseits. Doch das stehende Gut war in einem guten Zusatnd und bis auf Haarrisse und ein paar weitere Baustellen machte das Boot einen besseren Eindruck als gedacht. Ob wir zu weit wirklich 52 Fuss brauchen würden-nun das sei dahingestellt. Mit einem positiven Gefühl machten wir uns ein paar Stege weiter zum besichtigen eines echten Schmuckstücks: Vollholz, Holzmast, wahnsinnig gut gepflegt und innen clever schön renoviert präsentierte sich uns die Contest. Die Achterkabine war ein echter Traum- aber genau dabei blieb es auch, denn der Eigner wollte für seine wunderschöne Yacht auch entsprechend Geld, und der Preis war uns leider zu hoch. Am Flughafen angekommen besprachen wir mit Marie unsere Eindrücke und überschlugen grob, was es uns denn Kosten würde, die Osmose Baustelle Amel Mango zu renovieren. Wir kamen wieder an dem Punkt an, dass auch hier wieder ein Kompromis erforderlich wird, und da der Funke auch bei diesem Boot nicht so richtig übergesprungen ist, haderten wir (zum Glück) mit einer Kaufentscheidung.

