Hinter uns liegen ereignisreiche Tage auf Leros! Wir haben nicht nur neue Bekanntschaften geschlossen, sondern auch miterlebt, wie besonders das Osterfest auf einer griechischen Insel zelebriert wird – mit all seinen Traditionen, der feierlichen Atmosphäre und einer großen Portion Herzlichkeit.
Aber der Reihe nach:
Aktuell befinden wir uns auf der Anahita in einer Übergangsphase – eine Crew-Konstellation, die es so vermutlich nur einmal gibt. Gemeinsam mit den Voreignern, Wolfgang und Barbara, arbeiten wir uns weiterhin durch die To-do-Liste an Bord. Viele der Aufgaben, bei denen ihre Erfahrung und ihre Erklärungen noch wichtig sind, haben wir inzwischen gemeinsam erledigt: Wir haben eine gründliche Decksbegehung gemacht, das Dinghy instandgesetzt und die Chromteile wieder auf Hochglanz gebracht – es gibt eben immer etwas zu tun!
Mittlerweile nähern wir uns jedoch dem Punkt, an dem die Übergabe der Verantwortung in greifbare Nähe rückt. Die Marina Leros hat uns ein faires Vertragsangebot unterbreitet, und wenn alles nach Plan verläuft, bleibt die Anahita bis Mitte August im Trockendock – Zeit, um in Ruhe weiterzuarbeiten und unseren eigenen Rhythmus zu finden.
Ein Abend unter Freunden
Wie schon angedeutet, durften wir in den letzten Tagen neue, wunderbare Menschen kennenlernen. Dank Mario – dem vielleicht vernetztesten Menschen in der Marina – haben wir uns mit einem herzlichen österreichischen Paar angefreundet, das genauso wie wir ein Herz für die lokale Katzenfamilie hat. Außerdem mit Seglerpaaren aus Deutschland und der Schweiz, allesamt mit spannenden Geschichten im Gepäck.
Gemeinsam verbrachten wir einen Abend am Panteli Beach in einer kleinen Taverne – Meze, Wein, gute Gespräche. Antonia schwört: das beste Essen in Griechenland bisher! Es war eine Wohltat, mal wieder unter Gleichaltrigen zu sein, sich über Atlantiküberquerungen, Watermaker und Stromversorgung auszutauschen – und nebenbei zu erfahren, wo es die besten Cocktails oder den frischesten Fisch auf der Insel gibt.
Am Karfreitag nutzten wir die freie Zeit, um rund um die Katzenfamilie den Müll auf dem Vorplatz zu beseitigen. Leider sammelt sich dort immer wieder einiges an – umso schöner, wenn man gemeinsam anpackt.
Das Osterwochenende war dann ein echtes Highlight: In der Nacht von Samstag auf Sonntag zog es uns zum Hafen, wo das Heilige Licht empfangen wurde. Eine Live-Übertragung der Messe, Prozessionen, viele Kerzen und sogar der Bürgermeister – die Stimmung war festlich und andächtig. Uns wurde klar: Ostern ist für die Griechen so bedeutend wie Weihnachten. Nur die Böller haben uns ein wenig erschreckt – aber gut, Tradition ist Tradition.
Am Ostersonntag feierten wir mit bunten Eiern, einem selbstgebackenen (veganen!) Osterzopf und einem Grillnachmittag am Strand mit unseren neuen Freunden. Es war einfach schön – genau diese Momente machen das Leben an Bord so besonders.
Ein kleines Fazit
Immer mehr spüren wir, dass wir außerhalb der aktuellen Konstellation auf der Anahita mehr Freiraum brauchen. Die generationsbedingten Unterschiede zeigen sich immer deutlicher – in Tempo, Prioritäten und manchmal auch in der Art, wie man die Welt betrachtet. Und doch sind wir dankbar für all das Wissen, das uns Wolfgang und Barbara weitergeben. Ihre jahrzehntelange Segelerfahrung ist ein Schatz, den wir mitnehmen – auch wenn wir langsam beginnen, unseren eigenen Kurs zu setzen.
Unser aktuelles Morgenritual? Antonia macht Frühsport, es gibt einen ersten gemeinsamen Kaffee – und die tägliche Fütterung der Katzenbande an Land.
Die neue Woche hat begonnen und hält wie immer einiges für uns bereit: Das Teakdeck will überprüft, der Rumpfzustand begutachtet und Freiräume an Bord geschaffen werden. Und wenn die Sonne untergeht? Dann testen wir die Tavernen von Leros – mal mit, mal ohne Anhang.